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Partschins, Rabland, Töll | Das Tor zum Naturpark Texelgruppe

Kulturwanderweg Peter Mitterhofer

Kennzeichung des Kulturwanderwegs Peter Mitterhofer

Dieser abwechslungsreiche Wanderweg führt uns durch reizvolle Naturlandschaften, Obstanlagen, Fluren und Felder, sowie durch unsere Dörfer mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Er stellt keine besonderen Anforderungen und kann allen kulturell interessierten Wanderfreunden, besonders auch Familien mit Kindern empfohlen werden. Er beginnt an der Schleuse auf der Töll, einem landschaftlich beeindruckenden und geschichtsträchtigen Ort. Hier haben zwei berühmte Waalwege ihren Ursprung: der Marlinger Waalweg, auf welchem man bis Lana wandern kann, und der Algunder Waalweg, Teilstück der Wanderung nach Dorf Tirol bzw. zum Tappeinerweg und nach Meran. In unmittelbarer Nähe dieses Ausgangspunktes dieser wichtigen Wanderwege stehen Parklätze zur Verfügung. Hier stand einst das Sagschneiderhaus, Geburtshaus unseres Schreibmaschinenpioniers Peter Mitterhofer, das im Jahre 1896 wegen des Baues der Schleusenanlagen abgebrochen wurde. Die altehrwürdige „Zieglbrugg“, wie sie im Volksmund genannt wird, erstmals erwähnt in alten Urkunden von 1168 und 1326, wo sie als St. Helena-Brücke bezeichnet wird. Den Namen Ziegelbrücke hat sie von einem Ziegeldach, das sie einst überdeckte. An der Stelle dieser beachtenswerten Bogenbrücke überspannte schon zur Römerzeit eine Brücke die nur 16 m breite wildromantische Klamm, die sich die Etsch im Laufe unzähliger Jahre durch Erosionstätigkeit geschaffen hat. Die damalige Brücke war Teil der berühmten Via Claudia Augusta, die über Forst die Töller Talstufe erreichte. Es gab damals auch eine Straße, die über Plars heraufführte. Da diese jedoch häufig vom Töllbach übermurt wurde, war die Straße, die orographisch rechts von Forst herauf kam, viel sicherer und wurde daher meistens bevorzugt. Das Schleusenhäuschen, das auf drei gemauerten Stützen, mit Porphyrquadern verkleidet, steht, dient zur Bedienung der Schleuse. Es wurde um 1925 errichtet und bildet mit den übrigen Anlagen der Etschwerke, die von 1893 – 1895 entstanden, ein beeindruckendes technisches Industriedenkmal. Die Ziegelbrücke und das Schleusenhäuschen wurden im Jahre 2003 mustergültig renoviert, und beide Bauwerke bilden nun, gemeinsam mit der malerischen Töller Klamm, ein harmonisches Ensemble am Beginn des Vinschgaus.

Verlauf der Wanderung

Wir gehen den Rad- und Wanderweg an der Etsch entlang bis zur Felberwirts-Brücke, wo sich die Haltestelle für Eisenbahn und Partschinser Linienbus befindet. An der Auffahrt nach Partschins steht das hübsche St. Helena–Kirchlein, 1357 erstmals urkundlich erwähnt. An der Brücke, die wir überqueren, befindet sich die neue Haltestelle der Vinschger Bahn. Nun gehen wir die Bahnhofstraße weiter und erreichen bald das alte Bahnhofsgebäude, errichtet im Jahre 1906. Das Gebäude, sowie der österreichische und italienische Wasserturm, sind renoviert und anderen Zweckbestimmungen zugeführt worden.

Angrenzend an das Bahnhofsgebäude steht das Bad Egart, 1430 erstmals urkundlich erwähnt. Es war einst ein renommiertes Heilbad und hat im Laufe der Zeit viele Höhen und Tiefen erlebt. Historiker vermuten hier ein römisches Heilbad und leiten den Namen Egart aus Egerietum oder Egeretum ab. Demnach wäre das Heilbad als Heiligtum der Nymphe Egeria, Helferin insbesondere bei Frauenleiden, zu betrachten. Auf der Töll (von telonium = Zollstätte) befand sich schon zur Römerzeit eine wichtige Zollstation, die – mit zeitweisen Unterbrechungen – bis 1929 bestand. Die römische Zollstation stand an der Via Claudia Augusta, die im Jahre 46 n. Chr. fertig gestellt wurde, und vom Po bis Augsburg (Augusta Vindelicorum) reichte. Die derzeitige Besitzerfamilie hat das Restaurant zur Museumsstube Onkel Taa umgebaut, in dem u.a. zahlreiche interessante Schaustücke und Bilder aus der Zeit Kaiser Franz Josephs I. bewundert werden können. Neben dem ehemaligen „Badl“ befindet sich seit einigen Jahren ein sehenswertes Habitat mit einer naturgetreuen Nachbildung des berühmten Gletschermannes Ötzi. Hier entspringen drei Quellen, von denen die sogenannte Birkenquelle im Jahre 2003 vom Landeslabor für Wasseranalysen als Mineralwasser anerkannt wurde, und somit für Trinkkuren verwendet werden kann. Nach dem Bad Egart beginnt der romantische Töller Waldweg, auf dem wir nach Rabland wandern. An der Saringer Brücke, auf der wir die Etsch überqueren, befindet sich die neue Haltestelle der Vinschger Bahn für Rabland. Nach der Brücke können wir einen kurzen Abstecher nach rechts machen, um in 5 Minuten dem herrlich gelegenen Fischerteich einen Besuch abzustatten.

Wieder zurück zur Saringer Brücke, erreichen wir über die Cutraunstraße das Dorfzentrum von Rabland, wo gleich 4 Sehenswürdigkeiten einen Besuch wert sind: das alte Jakobuskirchlein, die neue Christkönigskirche, der altehrwürdige Gasthof Hanswirt und der stattliche Mairhof. Wir setzen nun die Wanderung in Richtung Osten fort, vorbei am Tourismusbüro von Rabland, bis zum Beginn der Saringstraße, wo wir die Vinschgaustraße in Richtung Norden überqueren. Ein reizvoller Wandersteig führt uns nun durch einen artenreichen Mischwald mit einer interessanten Trockenvegetation. Am Ufer des tosenden Zielbaches entlang erreichen wir die Zielbrücke, wo die Peter-Mitterhofer-Straße beginnt. In einigen Minuten sind wir beim neuen Friedhof, der wegen seiner gelungenen Architektur und vorbildlichen Bauens mit dem Steinzeichen des Landesverbandes für Heimatpflege ausgezeichnet worden ist. Ein Besuch dieses Gottesackers, auf dem u.a. eine beachtenswerte Bildsäule des namhaften Südtiroler Künstlers Friedrich Gurschler unsere Bewunderung findet, ist empfehlenswert.

Nun beginnen bereits die ersten Häuser von Partschins und am Dorfrand verweilen wir am Wohnhaus von Peter Mitterhofer, in dem er 31 Jahre lebte und seine 5 Schreibmaschinenmodelle baute. Partschins ist ein typisches Tiroler Dorf mit engen Gassen und lauschigen Plätzchen, das zahlreiche Sehenswürdigkeiten beherbergt. Sie befinden sich vorwiegend im historischen Ortszentrum und sind lediglich 5 – 10 Minuten von einander entfernt: Montelbon, Stachlburg, Pfarrkirche St. Peter und Paul, Ansitz Spauregg mit Schlossgarten, in dem u.a. ein gigantischer Mammutbaum bewundert werden kann, Ansitz Gaudententurm, ein römischer Grabstein, eingemauert an der Hausmauer des Hochhuberhofes. Wir statten auch dem mustergültig renovierten Friedhof an der Pfarrkirche einen Besuch ab. Dort befindet sich beim Kirchturm das bescheidene Grabmal von Peter Mitterhofer mit der Inschrift: „Die Andern, die von ihm lernten, durften die Früchte seines Talentes ernten.“

An der Westseite der Kirche befindet sich der Eingang zur Krypta, welche wir über eine Stiege erreichen können. Es handelt sich hier um die Urkirche von Partschins, deren Ursprung ins 9. Jh. zurückreicht. Am Kirchplatz steht das Schreibmaschinenmuseum Peter Mitterhofer, mit über 2000 Exponaten weltweit das größte dieser Art. Es zeigt eindrucksvoll die rund 120 Jahre währende Geschichte der Schreibmaschine, ein Stück Kulturgeschichte der gesamten Menschheit, ein Stück Weltgeschichte. Ein Besuch dieses wirklich einzigartigen Museums ist ein Erlebnis der besonderen Art! In diesem Gebäude, das sich Teisenhaus nennt, ist auch die gut ausgestattete öffentliche Bibliothek mit Leseraum untergebracht; in Rabland befindet sich eine Außenstelle der Bibliothek. Neben dem Teisenhaus steht eine Bronzebüste von Peter Mitterhofer, geschaffen von Friedrich Gurschler.

Vom Schreibmaschinenmuseum gehen wir die Spaureggstraße entlang, in der sich das Tourismusbüro von Partschins und die Raiffeisenbank befindet, bis zum Zehentweg. Nun wandern wir in Richtung Südosten, vorbei am Gemeindeschwimmbad, dann durch Obstplantagen bis zum Weiler Untervertigen. Neben dem Bauernhof Unterweirach befindet sich die kleine Jausenstation Vertignerbuschen, in welcher Eigenbauweine, die vom angrenzenden Weingut stammen, sowie kleine Imbisse aus eigener Erzeugung angeboten werden. An der Westseite des Hofes befindet sich eine rund 250 Jahre alte Weinrebe der Sorte Weißer Heunischer, die als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt ist. Nach mündlicher Überlieferung soll Unterweirach während der Tiroler Freiheitskriege von den Franzosen gebrandschatzt worden sein, wobei die Rebe vom Feuer zerstört wurde. Als das Haus im Jahre 1809 wiederum aufgebaut wurde, begann die Rebe wieder auszutreiben. Der Weinstock hat am Boden einen Umfang von 106 cm. Die einst weit verbreitete Rebsorte ist heute fast nur noch in Altbeständen an Weinbaugrenzen zu finden. Da es sich um eine winterfeste Sorte handelt, heißt es auch: „Vom Lodenrock und von der Heunischrebe soll sich der Tiroler niemals trennen“.

Nun beginnt die letzte Etappe unserer Rundwanderung, und wir erreichen durch ein schattiges Tälchen wiederum den Ausgangspunkt an der Töller Schleuse.

Schwierigkeitsgrad: leicht
Reine Gehzeit: ca. 2,5 Stunden
Wegstrecke: 8 km

Entlang des Kulturwanderweges befinden sich 12 Stationen, an denen die Wanderer eine Rast einlegen und sich über besondere Sehenswürdigkeiten unserer Feriengemeinde informieren können. Die Wanderung bietet auch die Möglichkeit der Beteiligung an einem Ratespiel. Fragebögen gibt es in den Verkehrsbüros, den Bibliotheken von Partschins und Rabland und im Schreibmaschinenmuseum, sowie an der Schleuse in Töll aus einem bereitgestellten Behälter. Wer alle Fragen richtig beantwortet, erhält in den Tourismusbüros, den Bibliotheken und im Schreibmaschinenmuseum einen kleinen Anerkennungspreis.